Digitaler Produktpass

Der Batteriepass startet 2027, weitere Produktgruppen folgen. Sind eure Produktdaten bereit?

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Stammdaten: Definition, Beispiele und richtige Pflege

Stammdatenverwaltung in Unternehmen zur Förderung der Datenqualität

Key Takeaways

  • Stammdaten beschreiben Geschäftsobjekte, zum Beispiel ein Produkt oder einen Lieferanten.
  • Bewegungsdaten dokumentieren Vorgänge, etwa eine Bestellung oder einen Wareneingang. Bestandsdaten zeigen dagegen einen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt.
  • Verlässliche Daten brauchen Pflege: klare Zuständigkeiten, einheitliche Regeln und einen geregelten Umgang mit Änderungen.

Einführung

Stammdaten sind grundlegende Informationen über Geschäftsobjekte wie Produkte, Kunden oder Lieferanten. Du verwendest sie wiederholt in unterschiedlichen Abläufen, beispielsweise wenn du ein Angebot erstellst, eine Bestellung bearbeitest oder Produktinformationen veröffentlichst.

Dazu gehören beispielsweise Artikelnummern, Produktabmessungen und Kundenadressen. Stammdaten bleiben häufig über längere Zeit bestehen, können sich aber ändern. Zieht ein Kunde um, muss seine Adresse aktualisiert werden. Entscheidend ist ihre Funktion als gemeinsam genutzte Informationsbasis.

In diesem Artikel erfährst du, welche Daten dazugehören, wie du sie von Bewegungs- und Bestandsdaten unterscheidest und wie du ihre Pflege organisierst.

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Welche Daten gehören zu den Stammdaten?

Welche Stammdaten du benötigst, hängt von deinen Geschäftsprozessen ab. In einem produzierenden Unternehmen sind beispielsweise andere Produktmerkmale relevant als in einem Dienstleistungsunternehmen. Zu den typischen Stammdatenbereichen zählen Produkte, Kunden, Lieferanten und Standorte.

Produktstammdaten

Produktstammdaten beschreiben einen Artikel und seine Eigenschaften. Dazu gehören beispielsweise Artikelnummer, Bezeichnung, Material und Abmessungen. Diese Informationen helfen dir dabei, Produkte eindeutig zu unterscheiden und ihre Merkmale in verschiedenen Anwendungen konsistent zu verwenden.

Eine eindeutige Kennung ist besonders wichtig: Zwei ähnlich benannte Artikel können unterschiedliche Varianten sein. Über die Artikelnummer kannst du die jeweiligen Informationen zuverlässig zuordnen.

Kundenstammdaten

Zu den Kundenstammdaten zählen beispielsweise Kundennummer, Unternehmensname und Rechnungsadresse. Du greifst auf diese Angaben bei unterschiedlichen Aufgaben zurück, etwa bei der Angebotserstellung und der Rechnungsstellung.

Ändert sich eine Adresse, muss der neue Stand an den relevanten Stellen verfügbar sein. Daran zeigt sich: Stammdaten sind beständig, aber nicht unveränderlich.

Lieferanten- und Standortstammdaten

Lieferantenstammdaten enthalten unter anderem Lieferantennummer, Firmenname und Kontaktadresse. Damit kannst du einen Geschäftspartner im Einkauf eindeutig zuordnen.

Auch Standorte haben Stammdaten. Eine Standortkennung, eine Bezeichnung und eine Anschrift beschreiben beispielsweise ein Werk oder eine Niederlassung.


Stammdaten, Bewegungsdaten und Bestandsdaten

Die drei Datenarten erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Du kannst sie anhand von drei Fragen unterscheiden: Was ist es? Was ist passiert? Wie ist der aktuelle Stand?

Stammdaten beschreiben ein Geschäftsobjekt. Bei einem Produkt sind das beispielsweise die Artikelnummer und seine technischen Eigenschaften. Diese Angaben verwendest du bei vielen Vorgängen erneut.

Bewegungsdaten dokumentieren einen Geschäftsvorgang. Dazu gehören etwa Bestellungen, Lieferungen oder Wareneingangsbuchungen. Sie verknüpfen ein Geschäftsobjekt mit einem konkreten Ereignis.

Bestandsdaten zeigen einen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Beispiel ist die aktuell vorhandene Menge eines Artikels im Lager. Ein Lagerbestand gehört deshalb nicht zu den Stammdaten: Die Artikelnummer identifiziert das Produkt, während die verfügbare Menge seinen jeweiligen Bestand beschreibt.

Die Änderungshäufigkeit allein genügt nicht zur Einordnung. Eine Kundenadresse bleibt ein Stammdatum, wenn du sie aktualisierst. Eine abgeschlossene Bestellung bleibt ein Geschäftsvorgang, selbst wenn ihre Daten anschließend unverändert gespeichert werden.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stell dir vor, du arbeitest bei einem Pumpenhersteller. Das folgende Beispiel ist hypothetisch.

Für die Pumpe P-100 sind die Artikelnummer, das Material und die Anschlussgröße hinterlegt. Diese Angaben gehören zu den Produktstammdaten.

Ein Kunde bestellt fünf Stück. Der Auftrag verweist auf den Kunden und den Artikel, enthält aber auch eigene Angaben wie Bestellmenge und Liefertermin. Diese auftragsbezogenen Informationen gehören zu den Bewegungsdaten.

Vor der Auslieferung liegen 40 Pumpen im Lager. Nach dem gebuchten Warenabgang sind es noch 35.
Diese Mengen beschreiben den jeweiligen Bestand.

Die Datenarten greifen somit ineinander: Stammdaten beschreiben die Geschäftsobjekte, Bewegungsdaten die Vorgänge und Bestandsdaten den jeweiligen mengenmäßigen Zustand.


Warum sind Stammdaten im Alltag so wichtig?

Bleiben wir beim hypothetischen Pumpenhersteller: In einer Tabelle ist für P-100 eine andere Anschlussgröße angegeben als im Datenblatt. Bevor du ein Angebot verschickst, musst du klären, welche Angabe korrekt ist. Wenn dein Shop die falsche Information übernimmt, erreichen die Widersprüche auch deine Kunden.

Das Problem beginnt bereits bei einem einzelnen Feld. Der Aufwand entsteht an jeder Stelle, an der dieses Feld verwendet wird. Du suchst nach der richtigen Quelle, vergleichst Versionen und korrigierst dieselbe Angabe möglicherweise mehrfach.

Gute Stammdaten reduzieren Rückfragen dieser Art und schaffen eine verlässliche Arbeitsgrundlage. Es reicht allerdings nicht aus, möglichst viele Felder auszufüllen. Ein ausgefülltes Feld kann trotzdem falsch oder veraltet sein.

Prüfe deshalb, ob du einen Datensatz eindeutig identifizieren kannst, ob seine Werte fachlich stimmen und ob die benötigten Angaben vollständig vorliegen. Achte außerdem darauf, dass die von dir verwendeten Systeme dieselben Einheiten und Bedeutungen verwenden.

Im Pumpenbeispiel klärst du zunächst, wer die Anschlussgröße bestätigt und wo die freigegebene Angabe gepflegt wird. Damit machst du aus dem allgemeinen Wunsch nach besserer Datenqualität eine konkrete Aufgabe.ann soweit gehen, dass falsche Daten in Kataloge, Webshops oder Marketingmaterialien gelangen.

Wie pflegst du Stammdaten richtig?

Beginne mit einem überschaubaren Bereich, beispielsweise einer Produktgruppe. Kläre dort den gesamten Ablauf vom Anlegen bis zur Änderung, bevor du dieselben Regeln auf weitere Daten überträgst.

Master data Management

Die Basis für konsistente Stammdaten

Du möchtest Stammdaten aus verschiedenen Quellen zusammenführen und konsistent halten? Entdecke, wie dich die MDM-Lösung von 4ALLPORTAL bei der Standardisierung und systemübergreifenden Synchronisation unterstützt.

Zuständigkeiten und führende Quellen festlegen

Bestimme für jedes wichtige Feld, wer die fachliche Verantwortung trägt und welche Quelle maßgeblich ist.

Für das hypothetische Pumpenbeispiel könntest du beispielsweise festlegen, dass die technische Abteilung die Anschlussgröße freigibt, während das Produktmanagement die verkaufsrelevante Beschreibung pflegt. Dokumentiere außerdem, wer bei widersprüchlichen Angaben entscheidet.

Eine gemeinsame Datenbasis setzt nicht voraus, dass du jedes Feld ausschließlich in derselben Anwendung erstellst. Entscheidend ist, dass du festlegst, welche Quelle für welchen Inhalt verantwortlich ist und wie andere Systeme Änderungen erhalten.

Einheitliche Regeln für die Erfassung vereinbaren

ege fest, welche Angaben verpflichtend sind und in welchem Format sie vorliegen müssen.

Eine Regel wie „Abmessungen pflegen“ ist zu ungenau. Hilfreicher wäre: „Länge, Breite und Höhe werden in getrennten Feldern mit der Einheit Millimeter erfasst.“ Damit machst du deutlich, welche Angaben du erwartest.

Prüfe vor der Neuanlage außerdem, ob der betreffende Artikel, Kunde oder Lieferant bereits existiert. So kannst du vermeiden, dass für dasselbe Geschäftsobjekt mehrere Datensätze entstehen.

Teste deine Regeln mit typischen Arbeitsfällen. Prüfe gemeinsam mit den zuständigen Personen, ob die Vorgaben verständlich sind und welche Ausnahmen du ergänzen musst.

Änderungen prüfen und weitergeben

Definiere, was nach einer Korrektur geschieht. Muss jemand die Änderung freigeben? Welche Systeme benötigen den neuen Wert? Wie erkennst du eine fehlgeschlagene Übertragung?

Für einen ersten Test kannst du einen dafür vorgesehenen Testdatensatz verwenden. Ändere einen Wert und verfolge, ob der freigegebene Stand an den vorgesehenen Stellen ankommt.

Datenpflege ist eine wiederkehrende Aufgabe. Erfasse typische Fehler und verbessere deine Regeln dort, wo dieselben Rückfragen immer wieder entstehen. So bearbeitest du neben einzelnen Fehlern auch deren Ursachen.


Welche Rolle spielen ERP, PIM und MDM?

Bei der Systemauswahl hilft es dir, zuerst die Aufgabe zu benennen. Wo entstehen deine Daten? Wer arbeitet damit? Und an welcher Stelle fehlen Informationen oder widersprechen sich Angaben?

Ein ERP-System unterstützt betriebliche Abläufe wie Beschaffung, Auftragsabwicklung oder Lagerverwaltung. Dafür nutzt und verwaltet es entsprechende Stammdaten.

Product Information Management, kurz PIM, konzentriert sich auf Produktinformationen. Mit der PIM-Lösung von 4ALLPORTAL kannst du beispielsweise Varianten und Produktfamilien verwalten sowie Produktdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen.

Master Data Management, kurz MDM, betrachtet die konsistente Verwaltung wichtiger Stammdaten über Systeme hinweg. Dazu gehören neben Technik auch Prozesse und Verantwortlichkeiten. Ziel ist eine verlässliche Datenbasis für die beteiligten Anwendungen und Teams.

Für deine Entscheidung ist die konkrete Lücke ausschlaggebend: Fehlen dir Produktinhalte für deine Vertriebskanäle? Gibt es widersprüchliche Datensätze in mehreren Systemen? Oder sind Zuständigkeiten ungeklärt?

Wenn du den übergreifenden Ansatz vertiefen möchtest, lies den Ratgeber Was ist Master Data Management?.

Die Aufgaben von Master Data Management

Zentralisierung und Vereinheitlichung von Daten

  • Schaffung einer einzigen, zuverlässigen Datenquelle („Single Source of Truth„)
  • Standardisierung von Datenformaten und -strukturen
  • Beseitigung von Datensilos und Redundanzen

Datenqualitätsmanagement

Eine Kernaufgabe von MDM-Software ist die Sicherstellung und Verbesserung der Datenqualität:

  • Identifizierung und Bereinigung von Duplikaten
  • Überprüfung und Korrektur fehlerhafter oder unvollständiger Daten
  • Durchsetzung von Datenstandards und -regeln

Data Governance & Compliance

  • Implementierung von Zugriffskontrollen und Berechtigungen
  • Nachverfolgung von Datenänderungen und Erstellung von Audit-Trails
  • Unterstützung bei der Einhaltung von Branchenstandards und gesetzlichen Vorschriften

Integration und Synchronisation

  • Synchronisation von Daten zwischen verschiedenen Anwendungen und Datenbanken
  • Bereitstellung von Schnittstellen für den Datenaustausch
  • Sicherstellung der Konsistenz von Daten über alle Systeme hinweg

Datenanalyse und Berichterstattung

  • Erstellung von Dashboards und Berichten zur Datenqualität
  • Identifizierung von Trends und Mustern in den Datensätzen
  • Unterstützung bei datengestützten Entscheidungsprozessen

Workflow-Management

  • Implementierung von Workflows für Datenänderungen und -genehmigungen
  • Automatisierung von Routineaufgaben in der Datenpflege
  • Verbesserung der Effizienz und Genauigkeit bei der Datenverwaltung

Für wen ist MDM geeignet?

MDM ist besonders dann sinnvoll, wenn Stammdaten in mehreren Systemen, Abteilungen oder an verschiedenen Standorten verwendet werden. Dabei ist neben der Datenmenge vor allem der Abstimmungsaufwand entscheidend: Musst du dieselben Angaben mehrfach pflegen? Findest du widersprüchliche Datenstände? Musst du Änderungen manuell übertragen?

In der Fertigung unterstützt dich ein MDM-Ansatz dabei, Produkt- und Materialstammdaten über die Bereiche Einkauf, Produktion und Vertrieb hinweg konsistent zu verwalten. Im Handel und E-Commerce können beispielsweise Artikel- und Lieferanteninformationen im Mittelpunkt stehen. In einem Dienstleistungsunternehmen sind dagegen häufig Kunden- und Standortdaten relevant, die in unterschiedlichen Anwendungen benötigt werden.

Die Unternehmensgröße allein entscheidet dabei nicht über den Bedarf.

Auch in einem mittelständischen Unternehmen kann die Abstimmung zwischen mehreren Systemen aufwendig sein. Prüfe deshalb, an welchen Stellen widersprüchliche Stammdaten deine Abläufe erschweren und welche Informationen du systemübergreifend verlässlich bereitstellen musst.

Wenn dein Schwerpunkt auf der Anreicherung und Veröffentlichung von Produktinformationen liegt, solltest du auch ein PIM-System in Betracht ziehen. Wenn du vor allem Bilder, Videos und Dokumente organisieren möchtest, ist ein DAM-System relevant. Ein MDM-System ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du gemeinsame Stammdaten über Systemgrenzen hinweg abstimmen und verwalten möchtest.

MDM-Anforderungen klar definieren

Bedarf mit der MDM-Checkliste konkretisieren

Du möchtest herausfinden, welche Anforderungen eine MDM-Lösung für dein Unternehmen erfüllen sollte? Die kostenlose MDM-Checkliste von 4ALLPORTAL hilft dir, wichtige Anforderungen zu ermitteln und die Unterschiede zwischen MDM, DAM, PIM und ERP einzuordnen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Stammdaten sind grundlegende Informationen über Produkte, Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftsobjekte. Dazu gehören beispielsweise Artikelnummern, Produktabmessungen und Kundenadressen. Du verwendest diese Angaben wiederholt in verschiedenen Geschäftsprozessen und aktualisierst sie bei Bedarf.

Stammdaten beschreiben ein Geschäftsobjekt, Bewegungsdaten einen konkreten Vorgang. Die Artikelnummer und das Material eines Produkts gehören zu seinen Stammdaten. Eine Bestellung dieses Produkts mit Bestellmenge und Liefertermin gehört zu den Bewegungsdaten. Der aktuelle Lagerbestand zählt dagegen zu den Bestandsdaten.

Für eine verlässliche Stammdatenpflege legst du Zuständigkeiten, führende Datenquellen und einheitliche Qualitätsregeln fest. Prüfe deine Datensätze auf Fehler, fehlende Angaben und Dubletten. Stelle außerdem sicher, dass freigegebene Änderungen in allen relevanten Systemen ankommen.

Ein MDM-Ansatz ist sinnvoll, wenn du Stammdaten über mehrere Systeme hinweg konsistent verwalten musst. Typische Anzeichen sind widersprüchliche Angaben, mehrfache Datenpflege und häufige manuelle Abstimmungen. Entscheidend ist, wie komplex deine Datenflüsse sind und welche Probleme du lösen möchtest.

Fazit: Gute Stammdaten brauchen klare Verantwortung

Stammdaten bilden die wiederverwendbare Beschreibung deiner Produkte, Kunden und weiteren Geschäftsobjekte. Sie können sich ändern und müssen gepflegt werden. Bewegungsdaten dokumentieren dagegen Vorgänge, während Bestandsdaten einen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigen.

Für verlässliche Stammdaten brauchst du eindeutige Datensätze, klare Zuständigkeiten und einen geregelten Informationsfluss zwischen deinen beteiligten Systemen.

Wähle als nächsten Schritt eine Produktgruppe aus: Sind ihre Datensätze eindeutig? Ist die führende Quelle festgelegt? Kommen freigegebene Änderungen dort an, wo du sie benötigst? Mit diesen Fragen schaffst du eine konkrete Grundlage, um deine Datenpflege gezielt zu verbessern.

Daniel Lücke • 4ALLPORTAL
Daniel Lücke

Geschäftsführer

Für mich zählt, ob ein Kunde nach vielen Jahren noch zufrieden ist, nicht nur die ersten Wochen. Das ist eine einfache Regel, aber sie ändert alles: Wie wir mit Kunden committen, wie wir arbeiten, und wie wir Entscheidungen treffen.

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