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13 min
Verfasst von Dominic Vieregge

ECLASS PIM: Der Schlüssel zu einheitlichen Produktdaten

ECLASS PIM erklärt: Was der Klassifikationsstandard leistet, was ECLASS Basic und Advanced unterscheidet und wie 4ALLPORTAL die Umsetzung vereinfacht.

ECLASS PIM: Der Schlüssel zu erfolgreichen Produktdaten

Einleitung

Dreißig Händler, dreißig verschiedene Anforderungen. Der eine braucht einen BMEcat-Export, der Nächste ein eigenes Format, der Marktplatz verlangt Pflichtfelder, die in keinem internen System existieren. Das Ergebnis ist ein Prozess, der hauptsächlich aus manuellen Korrekturen besteht.

Das Problem liegt selten an fehlenden Inhalten. Es liegt an fehlender Klassifizierung. Wer Produktdaten ohne gemeinsame Maßstäbe erfasst, baut auf einem Fundament, das bei jedem neuen Kanal neu gegossen werden muss.

ECLASS löst genau dieses Problem. Als weit verbreiteter Klassifikationsstandard für B2B-Produktdaten schafft er eine gemeinsame Sprache zwischen Herstellern, Lieferanten, Händlern und IT-Systemen. Kombiniert mit einem leistungsfähigen PIM entsteht daraus eine strukturierte, skalierbare Basis für die gesamte Produktkommunikation.

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Was ist ECLASS?

  • Es ist ein internationaler Klassifikationsstandard für die einheitliche Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen.
  • Das System weist jedem Produkt eine eindeutige Klasse zu und definiert für diese Klasse präzise Attribute und technische Merkmale. Damit entsteht eine normierte Grundlage für den stimmigen Datenaustausch zwischen Herstellern, Händlern, Einkaufssystemen und Portalen.
  • Entwickelt und gepflegt wird der Standard von ECLASS e.V., einer Non-Profit-Organisation mit Sitz in Deutschland.
  • Die aktuelle Version findet Anwendung in zahlreichen Fachbereichen, besonders im Maschinenbau und in der Elektrotechnik.
  • Daten sind maschinenlesbar, vergleichbar und für elektronische Kataloge sowie ERP-Systeme direkt nutzbar. In der Bauindustrie werden sie außerdem für BIM-Prozesse eingesetzt, da standardisierte Produktbeschreibungen direkt in Gebäudedatenmodelle integriert werden können.

ECLASS Basic und Advanced

ECLASS Basic bietet eine vereinfachte Struktur mit den wichtigsten Klassen und Merkmalen. Für Unternehmen, die den Einstieg in die harmonisierte Produktdatenpflege suchen, ist Basic oft der richtige Ausgangspunkt.

ECLASS Advanced liefert vollständige, granulare Attributsets für jede Klasse. Diese Version ist die richtige Wahl, wenn Produktinformationen in komplexen Lieferketten ausgetauscht werden oder wenn Abnehmer vollständige ECLASS-Merkmale einfordern.

Welche Variante passt, hängt von der eigenen Systemlandschaft und den Anforderungen deiner Abnehmer ab.

Technische Merkmale und Klassifikation

Was ECLASS von anderen Klassifikationssystemen unterscheidet, ist die Tiefe der technischen Merkmale. Für jede Klasse sind Attribute exakt definiert: Einheit, Wertebereich, Datentyp.

Das macht Klassifikation maschinenverarbeitbar. Händler, Einkaufsplattformen und ERP-Systeme können die Daten direkt einlesen, ohne manuelle Aufbereitung.

ECLASS Klassifizierung: Warum Produktdaten einen Klassifikationsstandard brauchen

Klassifizierung: Warum Produktdaten einen Klassifikationsstandard brauchen

Ohne gemeinsamen Klassifikationsstandard beschreibt jedes Unternehmen seine Produkte nach eigener Logik. Dasselbe Bauteil trägt beim Hersteller eine andere Bezeichnung als beim Händler und wieder eine andere im ERP des Abnehmers.

Das ist kein Kommunikationsproblem. Es ist ein strukturelles Datenproblem mit konkreten Folgen:

  • Großhändler können Produktdaten nicht direkt importieren, weil Felder nicht übereinstimmen.
  • Marktplätze lehnen Uploads ab, weil Pflichtattribute fehlen.
  • Das Team verbringt Zeit damit, Daten manuell umzuformatieren, anstatt Vollständigkeit und Datenqualität voranzutreiben.
  • Produktstammdaten sind über mehrere Systeme fragmentiert und nie vollständig synchronisiert.

Saubere Taxonomien sind die Voraussetzung für fehlerfreien, automatisierten Datenaustausch. Die Standardisierung von Daten mit einem anerkannten Klassifizierungsstandard ist die operative Grundlage, auf der alles andere aufbaut.

Klassifikationsstandards im Vergleich

ETIM oder ECLASS: Die richtige Wahl nach Branche

ETIM ist der führende Klassifikationsstandard für elektrotechnische Produkte im europäischen Fachgroßhandel. Ob Elektrotechnik oder Maschinenbau, für Hersteller steht selten eine binäre Entscheidung zwischen ETIM und ECLASS. Viele Systeme verarbeiten beide Normen parallel. Produktdaten lassen sich je nach Abnehmerstruktur in beiden Schemata ausspielen. Hersteller liefern gleichzeitig an den Fachhandel und an industrielle Einkaufsplattformen.

ECLASS und ETIM schließen sich dabei nicht aus. Der entscheidende Faktor ist die Systemunterstützung: Wer Produktdaten einmal gruppieren und in mehrere Formate ausspielen will, braucht ein PIM-System, das beide Standards abbilden kann.

UNSPSC, GPC und proficl@ss

Was alle Klassifikationsstandards eint: Sie schaffen standardisierte Datenstrukturen, die automatisierten Datenaustausch erst möglich machen.

Als branchenübergreifende Vorgabe hat sich ECLASS im industriellen B2B-Umfeld besonders durchgesetzt, weil es von einer breiten Hersteller- und Händlerbasis getragen wird.

Wie PIM und ECLASS zusammenarbeiten

Wie PIM und ECLASS zusammenarbeiten

ECLASS definiert die Klassifikationsstruktur. Ein modernes PIM-System befüllt sie mit verwaltbaren, anreicherbaren Informationen.

In der Kombination ECLASS PIM erhält jedes Produkt seine Klasse mit den zugehörigen Attributen als Grundgerüst. Auf dieser Basis werden alle weiteren Inhalte gepflegt: Beschreibungen, Bilder, Varianten, Übersetzungen, kanalspezifische Daten.

Das Ergebnis ist ein kohärenter Datensatz, der sich automatisiert in alle Zielkanäle ausspielen lässt. Der Datenaustausch mit Händlern läuft über Normen wie BMEcat, die Daten direkt verarbeiten können.

Produktinformationen klassifizieren und effizient verwalten

ECLASS gibt vor, welche Attribute ein Produkt haben muss. Das PIM-System stellt sicher, dass diese Attribute vollständig und konsistent gepflegt sind, bevor ein Datensatz in den Vertrieb geht. Freigabe-Workflows prüfen die Vollständigkeit automatisch. Fehlerhafte oder unvollständige Datensätze werden gestoppt, bevor sie Händler oder Marktplätze erreichen.

Produktdaten einmal zuordnen und überall fehlerfrei ausspielen: Das ist das Versprechen von ECLASS PIM, wenn Klassifikationsstandard und System zusammen gedacht werden.

ECLASS und PIM: Produktdatenmanagement mit 4ALLPORTAL

Produktdatenmanagement mit 4ALLPORTAL

4ALLPORTAL ist ein PIM-System, das für Hersteller mit komplexem Produktdatenmanagement entwickelt wurde. Grundlage ist ein freies Datenmodell: Klassen und ihre Attribute werden direkt als eigene Strukturen abgebildet, ohne Programmieraufwand.

Neue Felder, Klassen und Verknüpfungen lassen sich per Konfiguration anlegen und stehen sofort zur Verfügung. Wenn sich eine Version ändert oder neue Klassen hinzukommen, passt sich das Datenmodell direkt an.

Produktinformationen werden einmalig eingeordnet, angereichert und für alle Kanäle vorbereitet. Von dort steuert 4ALLPORTAL die Ausspielung in Shops, Händlerportale, Marktplätze, Print-Kataloge und CMS-Systeme.

Die ERP-Integration läuft in Echtzeit. Stammdaten aus SAP oder anderen ERP-Systemen sind direkt in 4ALLPORTAL verfügbar und fließen automatisch in die klassifizierten Produktstammdaten ein.

Dazu kommt die integrierte Medienverwaltung per Digital Asset Management. Produktbilder, technische Datenblätter und Mediendateien sind direkt mit den zugehörigen Produkten verknüpft. Für Marketing und Vertrieb bedeutet das: eine Plattform als Single Source of Truth für Product Information Management und Mediendaten, ohne Systembrüche.

ECLASS in PIM-Systemen

ECLASS wird von verschiedenen PIM-Systemen unterstützt. Der Unterschied liegt in der Tiefe der nativen Unterstützung. 4ALLPORTAL wurde gezielt auch für produzierende Unternehmen entwickelt, mit nativem Freigabe-Workflow, rollenbasiertem Rechtekonzept und integriertem DAM direkt im System.

Implementierung in 4ALLPORTAL: So läuft es ab

Im ersten Schritt wird die bestehende Systemlandschaft analysiert: Welche Version ist relevant? Welche Tools und Systeme sind angebunden? Welche Kanäle sollen beliefert werden?

Auf Basis dieser Analyse wird das Datenmodell konfiguriert. Daten werden migriert, Freigabe-Workflows eingerichtet und Schnittstellen aktiviert. Der typische Einführungszeitraum liegt bei einem bis drei Quartalen, je nach Komplexität.

Key Takeaways

  • ECLASS ist ein internationaler Klassifikationsstandard für die genormte Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen
  • Basic eignet sich für den Einstieg, Advanced für komplexe Lieferketten mit vollständigen Attributsets und tiefer ERP-Anbindung.
  • Weitere Klassifikationsstandards wie ETIM, UNSPSC, GPC und proficl@ss decken spezifische Branchen ab. Moderne PIM-Systeme unterstützen mehrere Standards parallel.
  • Die Kombination ECLASS PIM schafft eine einheitliche Datenbasis: Produktinformationen einmal klassifizieren, automatisiert in alle Kanäle ausspielen.
  • 4ALLPORTAL bildet ECLASS-Klassen im Datenmodell ab, integriert ERP in Echtzeit und verbindet Produktdatenmanagement mit integriertem Digital Asset Management.
  • Wer heute auf saubere Kategorisierung setzt, spart bei jeder neuen Kanalanbindung Zeit und reduziert Fehler im Datenaustausch.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

ECLASS ist ein internationaler Klassifikationsstandard für die Beschreibung und Klassifizierung von Produkten und Dienstleistungen. Das System weist Produkten eindeutige Klassen mit definierten Merkmalen zu und ermöglicht konformen Datenaustausch zwischen Herstellern, Händlern und IT-Systemen.

Basic bietet eine vereinfachte Struktur für den Einstieg. Advanced liefert vollständige, granulare Attributsets und ist die richtige Wahl für komplexe Lieferketten, tiefe ERP-Anbindungen und Abnehmer, die vollständige Klassifikation einfordern.

ECLASS ist ein branchenübergreifender Standard. ETIM ist auf elektrotechnische Produkte spezialisiert und besonders im europäischen Fachgroßhandel verbreitet. Viele Hersteller setzen beide Standards parallel ein, wenn sie unterschiedliche Abnehmersegmente bedienen.

ECLASS liefert die Klassifikationsstruktur. Das PIM-System verwaltet die Produktattribute auf dieser Basis und automatisiert die Ausspielung in alle Zielkanäle. Ohne diese Verbindung landen ECLASS-Daten in manuellen Exporten und müssen für jeden Kanal einzeln aufbereitet werden.

Das hängt von Branche und Absatzstruktur ab. ECLASS eignet sich für B2B-Hersteller mit breitem Produktsortiment. ETIM ist die erste Wahl im elektrotechnischen Fachhandel. UNSPSC findet im internationalen und öffentlichen Einkauf Anwendung. Moderne PIM-Systeme unterstützen in der Regel mehrere Klassifikationsstandards gleichzeitig.

Ja. Gerade Hersteller, die mehrere Absatzkanäle bedienen oder Daten in Händlerportale und Marktplätze einspeisen, profitieren früh von sauberer Klassifikation. Die Investition zahlt sich durch reduzierten manuellen Aufwand bei jeder neuen Kanalanbindung aus.

Fazit

Fehlende Klassifizierung ist einer der häufigsten Gründe, warum Produktdatenprojekte mehr Zeit kosten als geplant. ECLASS PIM schafft die strukturelle Grundlage, damit Produktdaten automatisiert und fehlerfrei durch Lieferketten und Kanäle fließen.

4ALLPORTAL gibt dir die Möglichkeit, Klassen direkt im Datenmodell abzubilden, ERP-Daten in Echtzeit einzubinden und Produktdatenmanagement mit integriertem Digital Asset Management zu verbinden. Wenn du wissen möchtest, wie das für deine konkrete Systemlandschaft aussieht: Besprich dein Setup in einem ersten Gespräch mit unserem Team.

Dominic Vieregge

Director Service Operations

Das 4ALLPORTAL ist ein echtes Kraftpaket und erleichtert die tägliche Arbeit Ihrer Mitarbeiter. Ich zeige Ihnen, wie Sie dieses Potenzial auch in Ihrem Unternehmen umsetzen.